So praktisch wie schön:

Spieluhr als Schnupftabakdose


Schnupftabakdose mit Singvogelautomat

Diese Spieldose wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von J. Bruguier in Genf hergestellt. Betätigt man den Mechanismus, so öffnet sich der ovale Deckel, ein kleiner Vogel erscheint, der den Schnabel bewegt und mit den Flügeln flattert. Die kostbare Dose ist aus Silber, reich ziseliert, auf dem ovalen Deckel befindet sich eine Landschaftsminiatur in Emailmalerei.
Mitte des 18. Jahrhunderts stellte der Schweizer P. Jaquet Dorz die erste Singvogeldose her. Bis dahin gab es nur Vogelorgeln, die mit kleinen Metallpfeifen den Vogelgesang mehr schlecht als recht nachahmten.
Dagegen war Dorzs neue Technik hervorragend dazu geeignet, Triller, Tremoli und Rouladen der Singvögel zu imitieren. Dorz benutzte eine einzige Flöte, in der sich ein Kolben auf und ab bewegte. So konnten die Gesänge von Stieglitz, Fink, Grasmücke, Drossel, Kanarienvogel und Nachtigall, festgehalten in Kurvenscheiben in bis dahin nicht bekannter Qualität goutiert werden.
Die neuen kleinen Singvogelautomaten wurden bei den wohlhabenden Leuten außerordentlich beliebt und fanden reißenden Absatz. Sie wurden in kostbare Gold- und Silbergehäuse und Schnupftabakdosen eingesetzt. Je kleiner der Vogel war und je naturgetreuer der Gesang, um so höher war der Wert dieser "kleinen Spielzeuge".

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